Der Kiedricher Fahrplan

 

Er ist wieder da!

Es gibt ihn in den Farben schwarz, weiß und rot

Für nur 1,50 € kann er bei unserem SPD-Vorsitzenden, Udo Wesemüller, Telefon 61278, bezogen werden.
Bestellen können Sie ihn gleich hier, oder Sie holen ihn sich bei Udo Wesemüller ab.

 

Soziales Familien-Netzwerk Rheingau

 

Der Kampf um Kiedrichs Selbständigkeit

Kiedrich ist und bleibt die kleinste selbständige Gemeinde Hessens

Mit der Hessischen Gebietsreform begann für viele begann für viele Städte und Gemeinden ein meist aussichtsloser Kampf um die kommunale Selbständigkeit. Sie war im wahrsten Sinne eine "Reform gegen den Bürgerwillen" und von allen Rheingaugemeinden überstand diese Reform am Ende allein Kiedrich völlig unverändert.

Die SPD in Kiedrich versuchte von Anfang an mit der Hahnwaldbebauung einen Einwohner- und Strukturzuwachs zu erreichen, der den Anforderungen und Vorgaben der Hessischen Landesregierung zur Erhaltung der Kiedricher Selbständigkeit entsprach. Die 40 Hektar große Fläche sollte ca. 3.000 neuen Bürgern eine Heimat geben, Kiedrich bis auf 8.000 Einwohner anwachsen.

Die Sozialdemokraten verfochten diese Politik aus ihrer damaligen Oppositionsrolle heraus gegen eine konservativer Mehrheit, die erst in letzter Minute ihre Haltung aufgab, letztendlich aber kaum eigene Alternativen zur Erhaltung der Kiedricher Selbständigkeit aufweisen konnte. Ganz sicher war dies für die Kiedricher Bürger ein wesentlicher Grund, der SPD bei den Kommunalwahlen 1972 erstmals zum Sieg zu verhelfen. Das dieser Wahlsieg gleich zur absoluten Mehrheit führte unterstreicht den Stellenwert, den dieser Kampf damals hatte.

In der Chronologie der Ereignisse liest sich dies wie folgt :
02.12.1969
Erster SPD-Antrag zur Bebauung des Hahnwaldes, um eine drohende Eingemeindung zu verhindern (von der konservativen Mehrheit abgelehnt).
14.05.1971
Ein weiterer SPD-Antrag: Es wird ein Grundsatzbeschluss eingebracht und ebenfalls von der konservativen Mehrheit abgelehnt (sechs "JA"- gegen acht "NEIN"-Stimmen).
09.07.1971
Der SPD-Grundsatzbeschluss vom 14.05. wird nun doch gefasst und der Hahn-wald (jetzt einstimmig) zum Baugebiet ausgewiesen. Damit ist ein wesentliches Argument für die Erhaltung der Kiedricher Selbständigkeit geschaffen.
14.07.1972
Antrag der SPD: Die Unterzeichnung des Vertrages mit der Hess. Landgesellschaft über die Hahnwaldbebauung soll vorangetrieben werden (einstimmig). Noch einmal forciert die SPD ihre Bemühungen, eine drohende Eingemeindung nach EItville mit allen Mitteln zu verhindern.
01.12.1972
Karl Hardt, SPD, langjähriger Vorsitzender der Gemeindevertretung, wird zum Vorsitzenden des Hahnwa!d-Ausschusses gewählt.

Einen ganz wichtigen Mitstreiter fand die SPD in dem neugewählten Bürgermeister Siegfried Siems. Er startete zahlreiche Öffentlichkeitskampagnen mit dem Ziel, Kiedrich weit über die Grenzen hinaus in die Schlagzeilen zu bringen. Von vielen seiner Ideen profitierte die Gemeinde noch Jahre nach dem Ende seines Amtes. Vor allem aber brachte er eine große Zahl Entscheidung nach Kiedrich, die in unzähligen Gesprächsrunden "bearbeitet" wurden.

Zudem legte sich bei den Bemühungen um die Bebauung des Hahn- Waldes der Rheingaukreis quer, der dort ehe zentrale Mülldeponie bauen wollte. Dann, als dies Ende 1973 glücklich abgewendet war, die Regionale Planungsgemeinschaft, bei der das Projekt die erforderliche Zweidrittelmehrheit verfehlte. Dennoch verkündete Siems (mitten im laufenden Anhörungsverfahren): "…schon im Frühjahr kann mit dem Bauen begonnen werden“. In diesen Zeiten war Vorwärtsstrategie angesagt !

Als das Gebiet in den folgenden Jahren aber als ein von jeglicher Bebauung freizuhaltender Grünzug ausgewiesen wurde, erschlaffte der Widerstand zusehends. Der Mohr (der Hahnwald) hatte im entscheidenden Moment seine Schuldigkeit getan.

Am 1. Januar 1977 war es dann geschafft! Mit dem Jahresanfang 1977 trat das Gesetz Über die kommunale Gebietsreform in Kraft. Mit dem Stimmen von SPD und FDP hatte der Hessische Landtag beschlossen:

"Kiedrich bleibt auch in Zukunft eine selbstständige Gemeinde !"

Damit hatte es die SPD und die Gemeinde Kiedrich, allen Zweiflern zum Trotz, in vielen zähen Verhandlungen mit Landtagsabgeordneten, Ministern, Ausschüssen und Behörden (und nach dem 18. Okt. 1932 zum zweiten Male) vermieden, ihre kommunale Unabhängigkeit zu Gunsten einer anderen Gemeinde zu verlieren.