Der Kiedricher Fahrplan

 

Er ist wieder da!

Es gibt ihn in den Farben schwarz, weiß und rot

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Soziales Familien-Netzwerk Rheingau

 

Schritt für Schritt in die Sozialdemokratie

Zur Geschichte des SPD-Ortsvereins Kiedrich

Meilensteine, Stolpersteine. Mut und Verzweiflung, Hoffnung und Wille ! „Als sie die Leute holten, die gegen sie waren, habe ich geschwiegen. Als sie kamen um meine Nachbarn zu holen habe ich geschwiegen. Auch, als Sie kamen um meine Freunde zu holen, habe ich geschwiegen. Als kamen um mich zu holen, war keiner mehr da, der etwas hätte dagegen sagen können.“ Darum steht auf und macht mit. Tretet ein für eine lebens- und erhaltenswerte Gesellschaft.... eine Gesellschaft, die seit über 125 Jahren dafür kämpft :
SPD - Sozialdemokratische Partei Deutschlands !
Die ersten Schritte in die SPD Der Ortsverein Kiedrich wurde nach dem 1. Weltkrieg im Jahre 1918 gegründet. Schriftliche Unterlagen liegen leider nicht mehr vor. Ebenso wenig sind noch mündliche Überlieferungen bekannt. Sozialdemokraten gründeten 1918 den Arbeiter- und Bauernrat. Dies geht aus einem dem Ortsverein vorliegenden Protokoll der Gemeindevertretung vom 21. November 1918 hervor, wo es heißt: “Mit 6 Stimmen (bei 6 anwesenden Gemeindevertretern, also ein stimmig!) wurde beschlossen, den im November 1918 gegründeten Arbeiter- und Bauernrat anzuerkennen. Gleichzeitig wird dem Vorsitzenden Peter Krams I und Johann Schwed das Recht eingeräumt, in den Sitzungen der Gemeinde-vertretung anwesend zu sein". Dieser Beschluss hängt mit der französischen Besatzung, die bis 1928 auch in Kiedrich war, zusammen. Die Franzosen hatten in ihrem besetzten Gebiet zunächst keine Kommunalwahlen gestattet. Um neu gebildeten politischen Gruppierungen eine gewisse Mitwirkung in der Gemeindepolitik zu ermöglichen, wurde dieser Beschluss, der sicherlich auf einen Antrag des Arbeiter- und Bauernrates zurückgeht, gefaßt. Im unbesetzten Reichsgebiet hatten bereits im Jahre 1918 Kommunalwahlen stattgefunden. Mit dem Edikt vom 22. August 1919 hat der militärische Kreisverwalter in Rüdesheim die Note Nr. 18, 139—2/5, des 10. Armee-Generalstabs vom 19. August 1919 der Besatzungsmacht Frankreich bekannt gemacht und damit Kommunalwahlen in den besetzten Gebieten gestattet. Die Kommunalwahl in Kiedrich fand am 26. Oktober statt. Der Arbeiter- und Bauernrat erhielt zwei Sitze in der Gemeindevertretung, die von Johann Schwed und Peter Krams I eingenommen wurden. Johann Schwed wurde in den Gemeinderat bestellt, für ihn rückte Johann Krams in die Gemeindevertretung nach. Das es damals schon einen SPD-Ortsverein gab, geht aus den Anträgen in der Gemeindevertretung hervor (Sitzungsprotokoll vom 13. Januar 1921). Bei der nächsten Kommunalwahl am 24. Mai 1924 bewarben sich die Mitglieder des Ortsvereins auf der Liste der Freien Gewerkschaften. Diese Liste erhielt fünf von elf Sitzen in der Gemeindevertretung. Es wurden folgende SPD-Vertreter gewählt: 1. Josef Hild, 2. Johann-Philipp Fiedler, 3. Peter Grebert, 4. Johann Gerhard 5. und Valentin Herbert Johann Schwed wurde in den Gemeindevorstand bestellt. Auch in dieser Legislaturperiode war der Ortsverein der SPD mit Anträgen aktiv. Zur nächsten Kommunalwahl am 17. November 1929 reichte die SPD erstmals einen eigenen Wahlvorschlag ein. Sie erhielt vier von zwölf Sitzen; gewählt waren 1. Johann Schwed, 2. Josef Hild, 3. Josef Becker 4. und Philipp Enoch. In dieser und in den vergangenen zwei Legislaturperioden war die Arbeit der Gemeinde auf folgende Schwerpunkte konzentriert :
  • Beseitigung von Kriegsfolgen Lebensmittelverteilung
  • Unterstützung bedürftiger Kriegsteilnehmer
  • Kanalbauten
  • Dem Streit zwischen Prof. Linz und Bürgermeister Brückmann wegen der Umleitung des Grünbaches
  • Ausbau der Sonnenlandstraße, Rosenstraße, Nußbaumstraße und Zäunstraße
Neben diesen Schwerpunkten hatten sich die SPD—Vertreter in der Gemeindevertretung noch mit weiteren Aufgaben beschäftigt:
  • Siedlung am Orteingang (Siedlung "Sonnenland")
  • Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, sowie langwierige Verhandlungen mit den Rheingauer Elektrizitätswerken über einen Stromliefervertrag. Er führte zu einem Strombezugsstreik der Gemeinde.
PS.: Hierzu hatte die Gemeindeverwaltung die Bürger aufgerufen. Diese sind dem Aufruf, soweit es ihnen möglich war, auch gefolgt und ha-ben in Haus und Stall wieder die alten Petroleumlampen angezündet. Die Gemeinde hatte die Lieferung von Petroleum organisiert und am Rathaus an die Bürger ausgegeben. Mit einem entsprechenden Abschluß des Stromliefervertrages wurde dieser Streik beendet.
  • Die Auswirkungen der Notverordnung
  • Einführung eines freiwilligen Arbeitsdienstes
  • Die Bestrebungen zur Zusammenlegung von Rheingaugemeinden
  • Erhaltung der Selbständigkeit der Gemeinde mit Beschluss vom 18. Oktober 1932
  • Ausbau der Hinterlandeswaldstraße
  • Anschaffung der ersten Motorspritze für die Feuerwehr (Beschluss vom 21. Dez. 1932).
Dies waren weitere Themen, mit denen sich die Gemeindegremien bevorzugt befassten. Diese am 17. November 1929 für vier Jahre gewählte Gemeindevertretung wurde "durch höheren Befehl" aufgelöst. In dem Sitzungsprotokoll vom 13. Februar 1933 heißt es: "Der Vorsitzende gab Mitteilung über die Auflösung der Gemeindevertretung und dankte den Gemeindevertretern namens der Gemeinde für das in der Wahlzeit geleistete Gute. Dann bat er die Herren der Gemeindevertretung an den jetzt folgenden Beratungen des Gemeindevorstandes beratend teilzuneh-men." Damit war die letzte frei gewählte Gemeindevertretung, die oberstes Organ der Gemeinde Kiedrich war, nicht mehr vorhanden. Die am 12. März i933 gewählte Vertretung war für den Bürgermeister nur ein beratendes Gremium, dem keine Beschlussfassung zustand. Der "Beschluss" der sogenannten Gemeindevertretung wurde dem Bürgermeister vorgelegt, der dann endgültig entschied. Die SPD hatte zu dieser Wahl noch die Möglichkeit, Kandidaten vorzuschlagen, Bei dieser Wahl erhielten die Sozialdemokraten drei von zwölf Sitzen; gewählt wurden: 1. Johann Schwed, 2. Philipp Enoch 3. Josef Hild Dieses Gremium wurde am 13. April 1933 eingeführt und verpflichtet. Am 26. Mai 1933 rückte Simon Wölfel für den ausgeschiedenen Josef Hild nach. Doch die politische Arbeit war schon nach kurzer Zeit wieder zu Ende. Im Sitzungsprotokoll vom 06. Juli 1933 steht einleitend der lapidare Vermerk : "Fünf Gemeindevertreter sind beurlaubt !" Es war die Auswirkung des Verbotes der demokratischen Parteien in der Nazizeit und damit das Ende der Arbeit aller frei gewählten Gemeindevertreter in der Kommunalpolitik. Um Verhaftungen zu vermeiden hat auch der SPD-Ortsverein seine Aktivitäten eingestellt.